Es gibt Sätze, die ein Kind nicht aus einem Schulbuch lernt. „Ich kann das." „Ich gehöre dazu." „Ich bin mutig genug." Diese Sätze entstehen, wenn ein Kind eine wackelige Hütte gebaut hat und sie hält. Wenn es einen Käfer findet, den noch niemand entdeckt hat. Wenn es im Kreis sitzt und gehört wird.
Genau für solche Sätze haben wir uns mit der MOGLi Stiftung zusammengetan. Ab Juni begleiten wir gemeinsam die Waldtage in Karlsruhe, vier Stunden, in denen Kinder von 6 bis 9 Jahren bei der Hedwigsquelle in Ettlingen einfach Wald sein dürfen.
Warum gerade jetzt, warum gerade Wald
Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die ihnen viel abverlangt: Bildschirmzeiten, Termine, eine Aufmerksamkeitsökonomie, die selbst die Kleinsten nicht verschont. Wir erleben in unserer pädagogischen Arbeit täglich, wie sehr Kinder einen Gegenpol brauchen, nicht als Therapie, sondern als selbstverständlichen Teil des Aufwachsens.
Der Wald ist so ein Gegenpol. Er fordert nichts und bietet alles: Material zum Bauen, Stille zum Hören, Bewegung ohne Vorgabe, Gemeinschaft ohne Wettbewerb.
„Veränderung entsteht im Tun. Anders sein entsteht im Üben."
Diesen Satz tragen wir bei Pädagogik Aktiv vor uns her. Im Wald wird er für Kinder unmittelbar erfahrbar: Selbstwirksamkeit kann man nicht erklären. Man kann sie nur erleben.
Was an den Waldtagen passiert
Vier Stunden klingen nach wenig. In Wirklichkeit ist es eine Ewigkeit, wenn man nicht alle zehn Minuten unterbrochen wird.
- Kinder bauen, was ihnen einfällt: Höhlen, Brücken, Türme, Geheimverstecke.
- Sie beobachten, was sich bewegt: Ameisen, Käfer, das Spiel des Lichts im Blattwerk.
- Sie kooperieren, ohne dass es jemand ihnen sagen muss, weil eine Hütte sich nicht allein bauen lässt.
- Sie kommen ins Stillsein. Manchmal nur für drei Minuten. Aber drei Minuten Stille sind in einem Kinderalltag eine Menge.
Begleitet werden die Tage von Denise und Christoph vom MOGLi-Team Karlsruhe. Als Erzieher und Naturtherapeutin bringen sie über 15 Jahre Erfahrung mit Kindergruppen in der Natur mit und vor allem das, was es dort am meisten braucht: Aufmerksamkeit, Humor und einen geschützten Rahmen.
Eine Haltung, die uns verbindet
Was uns mit MOGLi verbindet, ist mehr als ein gemeinsamer Termin. Es ist eine Haltung: dass Kinder nicht „bespaßt" werden müssen. Dass sie keine Defizite haben, die behoben gehören. Dass sie Räume brauchen, in denen sie sich selbst begegnen können.
Und es ist die Überzeugung, dass diese Räume nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen sollten. Deshalb sind die Waldtage solidarisch finanziert: Familien zahlen, was für sie passt. Wer mehr gibt, ermöglicht einem anderen Kind die Teilnahme. Naturerfahrung als Privileg, das wäre ein Widerspruch in sich.
Drei Termine, drei Sommer-Stimmungen
Die nächsten Waldtage in Karlsruhe finden statt am:
- Sonntag, 7. Juni 2026 – Frühsommer, alles wächst.
- Sonntag, 12. Juli 2026 – Hochsommer, voller Wald.
- Sonntag, 2. August 2026 – Spätsommer, erste Reifezeichen.
Jeweils 11:00 bis 15:00 Uhr, Treffpunkt Hedwigsquelle in Ettlingen.
Vielleicht ist es ein Anfang
Wir wissen nicht, was ein einziger Waldtag in einem Kind auslöst. Vielleicht nichts Sichtbares. Vielleicht aber doch ein kleiner Satz, der bleibt: Da war ich und es war gut.
Das wäre uns Grund genug.
Mehr Informationen und alle Termine findest du auf unserer Veranstaltungsseite. Die Buchung läuft direkt über die MOGLi Stiftung.
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